Teil 2 Neuromarketing: Mit mehr
Emotion, mehr Mensch
und klaren Konturen wird das Kunststück gelingen.
Sechstens. Heller ist positiv!
Bilder mit zum
Beispiel hellen positiven Farben, der erfreulichen Stimmung des Hintergrundes,
Abbildungen von Menschen und deren freundlicher Mimik begründen eine positive
Grundstimmung.
Genauso wie auch das
komplette Layout als Ganzes begutachtet und wahrgenommen wird. Zu viel Farbe
(z. B. zu viel Text) kann genauso eine dunkle düstere Stimmung erzeugen, wie
Fotos, auf welchen zwar Menschen abgebildet sind, die aber aufgrund der
möglicherweise nicht durchgeführten Bildbearbeitung zu dunkel oder in falschen
Farben erscheinen. Hautfarben sind immer Hautfarben, außer Sie wollen eine
künstlerische Botschaft zum Betrachter transportieren.
Siebentens.
Geöffnete Augen!
Menschen generell
immer mit geöffneten Augen abbilden. Jemand der die Augen geschlossen hat,
schläft entweder oder er ist verstorben. Deswegen wirken Menschen, die mit
halboffenen Augen abgebildet werden, immer etwas müde oder leicht depressiv.
Warum glauben Sie denn werden die Augen von Frauen derart geschminkt, dass
sie größer erscheinen als in der Realität? Weil offene Augen vertrauensvoll
wirken.
Verwenden Sie
stimmungsvolle Fotos mit Elan, anstatt Abbildungen von Personen zu machen
(abzuscannen). Was uns Menschen interessant macht, ist die Verschiedenartigkeit
und die Vielfalt. An Ihnen liegt es diese Vielfalt zugleich mit der Aussage
„Unser Team ist kompetent für Sie da” auf ein Bild zu bannen. Zeigen Sie
Menschen bei der eigentlichen Arbeit. Am Werkteil, bei der eigentlichen
Leistungserstellung.
Wenn Ihre Zielgruppe
klein (in der physischen Größe) ist, werden Sie auch klein. Nie von oben (ich
bin größer als du) oder von unten (du bist beherrschend) abbilden, außer Sie
kampagnisieren eine dieser beiden Thematiken.
Achtens.
Aussage überprüfen!
Achtung vor harten
Schatten in Gesichtern (vor allem bei etwas größeren Nasen) und die schwarze
Aura beim Blitzen rund um die fotografierten Köpfe oder Objekte. Besonders bei
wallenden Haaren können sie diesen Bildfehler im nachhinein nur schwer bzw. mit
größerem Aufwand korrigieren. Wenn Sie oder Ihr Fotograf hier vorher das Licht
oder einen diffusen Blitz richtig setzen, haben sie nachher bei der
Implementierung und Verwendung in Ihren Kommunikationsmitteln weniger Arbeit.
Dunkle Auren wirken einengend und unnatürlich.
Portraits dürfen
nicht zu „lachend“ sein, ansonsten werden sie zwar als Spaßmacher empfunden
(und der Eindruck, dass sie weniger arbeiten entsteht), aber man glaubt Ihnen
dann nicht, dass sie ernsthaft an einem Projekt arbeiten können. Der
Gesamteindruck „ich bin willkommen und werde freundlich und professionell
betreut“ muss beim Kunden ankommen.
Neuntens.
Kontrast ist gut!
Alles Leben ist
Kontrast. Ohne Gegensätze würde auf dieser Erde nichts funktionieren. Nur Weiß
alleine ist nichts. Mit Weiß und Schwarz hat man den ersten Gegensatz. Genauso
wie süß und bitter, weich und hart ...
Mit mehr Helligkeit
und dem richtigen Kontrast ändern sie die Aussage des Bildes komplett ins
Positive. Heller ist immer besser, die Erhöhung des Kontrastes lässt die
Konturen exakter und schärfer aus dem Foto „heraus- strahlen“.
Bitte keine
blaustichigen Bilder abdrucken oder verwenden. Eine einfache Farbkorrektur
macht die Bilder „scharf“, brillianter, freundlicher und begutachtenswerter.
Zuviel Blau zum Beispiel im Hintergrund (oder als Papierfarbe) lässt Text
verschwimmen und die Botschaft nur düster und vor allem unscharf beim
Betrachter ankommen.
Zehntens.
Konkret ist leichter!
Erklären Sie immer
nur das Notwendige, und Ihr Produkt wird leichter und freundlicher. Zeigen sie
das, was wichtig ist, und nur das. Nicht immer den kompletten Hintergrund, den
kompletten umgebenden Raum. Zeigen Sie dem Betrachter das, was er sehen will!
Das Drumherum lenkt nur ab, verwirrt. Wenn Sie in der Bildsprache konkreter
sind, werden auch Ihre Kunden konkreter werden.
Elftens.
Wem was zeigen?
Sprechen Sie zum
Beispiel die Zielgruppe „Dominanz” (Gruppe der Abenteurer + Performer) mit den
Themen Kampf, Konkurrenz, Status, Effizienz und Hochwertigkeit an.
„Balance” (Gruppe der
Harmonizer + Traditionalisten) erreichen Sie mit Bequemlichkeit, Freundlichkeit
und guter Orientierung. „Stimulanz“-Kunden (Gruppe der Hedonisten + Genießer)
gewinnen Sie mit Atmosphäre, Erlebnis, Frische, Inszenierung, Überraschung und
aktiven Promotions.
Für ein neues Produkt
müssen Sie die dominanten Abenteurer (Mischung der Gruppen Dominanz +
Stimulanz), die „early adopters” ansprechen. Die sind zwar keine treuen Kunden
(ca. 20% vom Gesamtmarkt/v.GM), sondern wechseln ständig die Lieferanten. Aber
ein relevanter Status Ihres Produktes wird Ihnen hervorragende Gewinne bringen:
Autos, Computer, Technik, Werkzeuge, Sportgeräte. Alles am besten in der
Ausführung Exklusiv und auch so bebildert. Alles Neue mit möglichst vielen
Funktionen ist förderlich, technikaffine Abbildungen mit Eleganz vergrößern
Ihren Markt. Genauso könnten Sie aber auch mit dem verbildlichten Slogan einer
bekannten Elektrokette beim vor allem jungen Publikum punkten.
In der Zielgruppe
„Balance” finden Sie die Harmonizer (ca. 32% v.GM) und Traditionalisten (24%
v.GM). Hier sind die Familien(entscheider) und Senioren zu Hause: Mode,
Kosmetik, Wellness, Wohnen. Hier punkten Sie zum Beispiel mit der Abbildung von
fröhlichen zufriedenen Menschen, die dem Leben grundsätzlich positiv
eingestellt sind. Es ist die „ältere” Zielgruppe, die an guter Gesundheit und
einem ausgeglichen Leben interessiert ist.
In letzter Zeit wird
hier vermehrt mit dem Schreckgespenst „Unsichere Zukunft“ gearbeitet. Natürlich
können Sie sich als alleiniger Problemlöser dieser Welt hervortun.
Versprechen Sie auch
mit Bildern aber auf keinen Fall etwas, wenn Ihnen bekannt ist, das Sie das
nicht auch tatsächlich einhalten können. Verfügbarkeit ist wichtig!
Zwölftens.
Ankommen!
Ziel ist es, dass die
von Ihnen gesandte Botschaft in Form eines „Gesamt- Bildes“ (Ihr Image) beim
Betrachter „in seiner persönlichen Datenbank in seinem Gehirn” abgelegt wird,
um zu einem späteren Zeitpunkt einfach und mit geringem Aufwand von diesem
wieder abgerufen werden zu können.
Bekanntkeitsgrad
kommt auch durch Wiederholung zustande. Wenn ich ein Bild öfters gesehen habe,
errechnet auch mein Gehirn die grundsätzliche Aussage: „Kenn ich schon > ist
mir bekannt > ist mir vertraut ... und es könnte leicht passieren, dass das
Ergebnis dann lautet:
Okay, kann ich ohne
Bedenken und vor allem sicher kaufen!
Sind
wir uns doch ehrlich, wir wollen nicht immer denken!
Voila!
Viel Esprit und Spaß beim Umsetzen!
Sollten Sie dennoch Fragen haben: christof.pelz@chello.at
Christof.G.Pelz ist seit mehr als 20 Jahren als
Kommunikations.Designer, Fotograf und Freier.Journalist tätig. Seit 1991
betreibt er das Unternehmen GRAFIFANT Creation.Grafik.Photo.
und hat massgeblich in einzelnen Projekten und längerfristigen Beziehungen
Unternehmen (Erste Bank, IBM, ImmoFinanz, Ottakringer, Sparkassen, StadtWien,
Vichy, Wirtschaftsbund ...) und Medien (eMedia, Anima, BauJournal,
Finanzzeitung, Option, Presse, Topic, NewBusiness, Shell-Journal, Training,
AustriaToday, ECR Today, ...) als
Art.Director und Designer betreut.